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Geschichte |
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Sage zur Ortsentstehung und Ortsname
Laut der Sage von der Gründung des Ortes Mantel, die erstmals 1844 schriftlich festgehalten wurde, steht der Markt heute dort, wo vor Urzeiten ein Räuberhauptmann seinen Mantel ausgebreitet hatte, um die Beute unter seinen Gesellen aufzuteilen. Die Räuber wurden von der Obrigkeit erwischt. Der hier stehende Ort erhielt seinen Namen vom Kleidungsstück des Räubers.
In Wirklichkeit geht der Name des Ortes wahrscheinlich auf ein altes Wort für Föhre zurück.
Allgemeine Ortsgeschichte
- 1212:
Der Ort Mantel wird erstmals als "Mantile" in einer Urkunde genannt, die der spätere Kaiser Friedrich II (*1194, seit 9. Dezember 1212 König) in Basel am 26. September 1212 ausstellen ließ.
- um 1305:
Im Nürnberger Salbuch wird Mantel unter den Reichsgütern aufgeführt (das Salbuch wurde früher auf 1297 datiert, inzwischen jedoch zwischen 1303 und 1305).
- 1332:
Mantel wird als Pfarrei genannt.
- 1415: Dem Hammermeister Hans Frank wird die sogenannte Letzenmühle in Mantel verliehen. Frank errichtete in Mantel ein Hammerwerk. Aus diesem entwickelt sich neben dem Ort Mantel das selbstverwaltete Landsassengut Untermantel. Vom einstigen Reichtum zeugt heute noch das ehemalige Hammerschloss. Der Ortsteil Untermantel wurde bereits im 19. Jahrhundert mit dem Markt politisch vereinigt. Der Ortsname wurde erst im 20. Jh. offiziell aufgehoben.
- 1495:
Am 9. Juli 1495 bestätigt Kaiser Maximilian auf dem Reichstag zu Worms die alten Rechte Mantels (unter anderem das Hofmarksrecht).1595:
Ein Brand vernichtet sieben Häuser.
- 1609:
Am 21. Januar 1609 zwischen 8 und 9 Uhr abends stürzt der Turm der Kirche St. Peter und Paul zusammen und vernichtet auch die Hälfte des Langhauses. Die Kirche wird dann ab 1614 neu errichtet.
- 1632:
Wie alle umliegenden Orte, so hatte auch Mantel im Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) unter Kontributionszahlungen und Einquartierungen zu leiden. Die schlimmste Katastrophe war aber am 28. September 1632 der Durchzug des kaiserlichen Generals Gallas mit acht Regimentern durch den Ort. Ausgelöst wahrscheinlich durch Plünderung brach ein Feuer aus, das 17 Häuser und die Mühle zerstörte.
- 1654:
Nachweislich wurde Mantel zwar schon im 16. Jahrhundert als Markt bezeichnet, durfte jedoch das Marktrecht nicht ausüben. Die offizielle Erhebung zum Markt erfolgte am 13. Juli 1654 unter Berufung auf die Rechte, die Kaiser Maximilian schon gewährt hatte.
- 1665:
Am 24. September 1665 wird bei der Kirche St. Moritz ein Galgen errichtet und am Marktplatz der Pranger aufgestellt. Dies gehörte zu den 1654 verliehenen Rechten.
- 1699:
Am 30. Juli bricht durch Unachtsamkeit beim Brotbacken ein Brand aus, der nicht nur 46 Wohnhäuser (ca. 2/3 des Ortes), sondern auch die Kirche einäschert.1801:
Am 12. Mai werden bei der schlimmsten Brandkatastrophe in der Geschichte des Ortes insgesamt 73 Wohnhäuser vernichtet.
- 1914-1918:
Im Ersten Weltkrieg fallen 36 Mantler.
1939-1945:
Im Zweiten Weltkrieg fallen 144 Manteler. Der Ort selbst bleibt vor Zerstörungen weitgehend verschont.
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Die Kirchen:
Der Friedhof der Kirche St. Peter und Paul am Marktplatz war im Mittelalter ein Wehrfriedhof, der mit Mauer und Graben umgeben war. Die Mauern wurden Mitte des 19. Jahrhunderts auf heutige Höhe abgetragen. Als der Turm von St. Peter und Paul am 21. Januar 1609 einstürzte und auch das Langhaus zerstörte, wurde ab 1614 ein Neubau erstellt (siehe auch Baudatum am Turm). 1663 wurde auch in Mantel das Simultaneum eingeführt - die Kirche wurde also von Protestanten und Katholiken gleichermaßen genutzt. Beim großen Marktbrand 1699 brannte sie mit der ganzen Inneneinrichtung nieder. 1801 blieb zwar das Langhaus von dem Großfeuer unbeschädigt, dafür brannte aber der Turm ab, wobei sogar die Glocken schmolzen.
Im Jahr 1898 begann man den Bau einer katholischen Kirche im neugotischen Stil. Diese, ebenfalls St. Peter und Paul benannte Kirche, wurde 1905 eingeweiht. Das Simultaneum wurde aufgelöst.
Die ehemalige Simultankirche und nunmehrige evangelische Pfarrkirche wurde 1908 stark umgestaltet und vergrößert (Erweiterung nach Westen und Norden, Aufsetzen des Zwiebelturms).
Im Süden des Marktes steht die ehemalige Wallfahrtskirche St. Moritz. Diese katholische Nebenkirche ist mit ihrer Rokokoausstattung eine beliebte Hochzeitskirche. Lange wurde sie für einen reinen Neubau aus dem Jahr 1737 gehalten. Bei der Außenrenovierung in den Jahren 2000/2001 wurde jedoch festgestellt, dass die Kirche bis etwa zur Unterkante der heutigen Fenster noch mittelalterliches Mauerwerk besitzt. Der Bau dürfte etwa Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden sein (Erstnennung 1508). |
Baudenkmäler:
Der Markt Mantel besitzt neben den drei Kirchen einige sehenswerte Denkmäler. Genannt seien hier nur das ehemalige Hammerschloss in Untermantel (vermutl. 16. Jahrhundert), das ehemalige Forsthaus, das auch als Jagdschloss der Herzöge von Sulzbach diente (erbaut 1687), die Naabmühle, das Gasthaus zur Post am Marktplatz (bis ins 19. Jh. Gasthaus zum Hirschen), das über der Eingangstür die Jahreszahl 1605 trägt. In den Ortsteilen Steinfels und Rupprechtsreuth stehen Landsassenschlösser mit angebauten Kapellen. Am östlichen Ortsausgang in Richtung Weiden und beim sogenannten Kellerhaus steht jeweils noch ein mittelalterliches Sühnenkreuz (15.-16 Jh.). Etwa 800 Meter östlich der Ortschaft Rupprechtsreuth befindet sich im Wald der Überrest einer mittelalterlichen Adelsburg. Dieser Turmhügel, der bei der Bevölkerung einfach nur "Schlößl" genannt wird, stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert. Der Erdkörper und der Graben sind noch gut erhalten. Neueste Forschungen haben ergeben, dass diese Burg ursprünglich den Namen "Sonwartenreuth" trug.
Entwurf: Bernhard Weigl, 23.02.2004 |
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